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Die Tour der stolzen Würste Mireille, Astrid und Hakima sind im empfindlichsten Alter für Bodyshaming, die Beleidigung anhand körperlicher Eigenschaften. Die jungen Teenagerinnen werden beim schulischen Hässlichkeitswettbewerb als «Würste des Jahres» bezeichnet. Doch anstatt sich der Kränkung durch das Offund Online-Mobbing zu beugen, ziehen sie los, um ihre eigenen Kämpfe auszufechten. Gemeinsam mit dem kriegsversehrten Bruder von Hakima, dem (wie Mireille findet) wunderschönen Kader, machen sie sich auf eine Fahrradund Rollstuhltour, die sie von der Provinz nach Paris bringt. Eine wundervolle empowernde und streckenweise auch sehr lustige Comic-Story nach dem Teenie-Roman Piglettes. lib
Werden Träume zerstört, schafft das oft Platz für Neues – wie in der Gassergasse damals
Foto: Michael Bigus
Vali war schon in der Jugend Punk
In Wien-Margareten gab es mal ein Jugendzentrum, das ganz besonders war. Es gab niemanden, der den jungen Leuten sagen konnte, was sie dort tun dürfen und was nicht. Vali ist heute schon ein älterer Mann, aber damals war er einer dieser Jugendlichen. Das Haus hieß GaGa, weil es in der Gassergasse stand. «Die GaGa war eine ehemalige Milchfabrik», erzählt Vali. Es war ein riesiges Gebäude, in dem es eine Schule, zwei Beisln und sogar eine Autowerkstätte gab. Im Keller befanden sich Proberäume, in denen Bands Musik machten.
Viele der Jugendlichen in der GaGa waren jung. «Einer war sogar erst vierzehn», erinnert sich Vali. Und manche waren in der GaGa, weil es in ihrem Leben nicht rundlief: Sie hatten Probleme mit den Eltern oder in der Schule. Andere aber kamen einfach nur, weil sie Lust hatten, etwas Neues auszuprobieren. Und davon gab es genug in der
GaGa. Es war ein Ort an dem sich alle ausprobieren konnten. Die GaGa war auch ein Zuhause für junge Leute, die sonst keines hatten. Ein Mädchen sagte einmal: «Da bin ich mir das erste Mal nicht unterdrückt vorgekommen.» In dem Jugendzentrum war immer viel los, manchmal zu viel. Das fand zumindest die Stadt Wien, der das Haus gehörte. Nach zwei Jahren wollte sie die GaGa zusperren. Die Jugendlichen aber waren dagegen. Deswegen kam eines Tages die Polizei und schmiss alle einfach raus. Im Anschluss zerstörten Bagger das Haus in der Gassergasse. Eine eigentlich sehr traurige Geschichte. Nicht aber, wenn man weiß, dass im Anschluss gleich mehrere Zentren gegründet wurden, die ähnlich waren. Manche gibt es noch heute. So zum Beispiel die Türkis Rosa Lila Villa. ■
DIE POLIZEI SCHMISS ALLE JUGENDLICHEN RAUS

Clémentine Beauvais, Magali Le Huche: Die kleinen Königinnen Aus dem Französischen von Annette von der Weppen Reprodukt 2025, 156 Seiten 29,90 Euro Ab 12 Jahren
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