Genossenschaftlicher Konsum Mitbestimmung, auch zum Sozialtarif
Preisdumping, Arbeitsausbeutung und Lebensmittelverschwendung dominieren die Diskussion über den Lebensmittelhandel seit Jahren. Ein ernstzunehmender Strategiewechsel, weg von der Profitmaximierung auf Kosten aller, ist bei Rewe, Spar und Konsorten nicht in Sicht. Das will der Mitmach-Supermarkt mila in Wien-Meidling anders machen. «Wir sind nicht nur Kund:innen, sondern auch Eigentümer:innen unseres Supermarkts», sagt Brigitte Reisenberger. Das biete die Möglichkeit mitzugestalten und mitzubestimmen, wie der Supermarkt aussehen, und was er im Sortiment haben soll: bevorzugt regional, umwelt-, tierund arbeiter:innenfreundlich. Geöffnet ist der Mitmach-Supermarkt ab 10. Oktober, ganztags außer Mittwoch und Sonntag. Brigitte Reisenberger ist Pressesprecherin, aber auch eines von über 1.000 Mitgliedern. «Durch die Mitarbeit» – jedes Mitglied arbeitet drei Stunden pro Monat – «schaffen wir es, super Lebensmittel zu vergleichsweise günstigen Preisen zu ermöglichen.» Der Einkauf bei mila ist Mitgliedern vorbehalten. Das wird man, indem man Genossenschaftsanteile um 180 Euro kauft bzw. um 20 Euro zum Sozialtarif, «einmal im Leben, nicht monatlich», betont Reisenberger. Ein Soli-Topf soll zukünftig Mitglieder mit wenig Geld beim Einkauf unterstützen. cma
Foto: MILA
Maureen Reitinger: Mut. Essay Kremayr & Scheriau 2025 112 Seiten, 20 Euro
MILA Mitmach-Supermarkt 12., Vivenotgasse 29 www.mila.wien
