Roman

Roman Staatsposten für Vollpfosten

«Mein Zaun steckt meine Le-bensgrundlage ab. Mein Zaun hört mir zu. Mein Zaun gehört mir. Meine Freiheit ge-hört mir. Die generellen Freiheitsräu-me werden immer enger. Nicht in mei-nem Revier. Niemand schützt mich besser als meine Zäune.» So antwortet Hans Sagmeister seiner Online-Ratge-berin auf die Frage, was für ihn das Spe-zielle an Zäunen sei. Hans wiederum ist nicht speziell, er ist ein «Durchschnitts-mensch», der in einer Einfamilienhaus-siedlung in Unterbrombachkirchen in Niederösterreich wohnt und sich, sein Haus, eigentlich am liebsten alles, einzäunt. Markus Köhle, Poetry Slammer der ersten Stunde, treibt in seinem neu-en Roman den ganz normalen Wahn-sinn auf die Spitze. Sprachlich rasant erzählt er Hans’ Werdegang «vom Sied-lungssheriff zum Zaunkanzler». Köhle

schreibt nahe an der Realität, wenn er die Vollpfosten, bekanntlich sind sie die Stützen der Zäune, zur Stütze der Zaun-partei erklärt. «Die gegenwärtige De-mokratie hat ihre Zeit gehabt und der Scherbenhaufen, vor dem wir nun ste-hen, ist auf ihrem Mist gewachsen. Zeit für neue Modelle. Zeit für neue Grenzen. Zeit für die Zaunpartei und das Heer ih-rer Vollpfosten.» Andreas Pavlic

Markus Köhle: Land der Zäune Sonderzahl 2025 240 Seiten, 25 Euro