WOS IS LOS … BEIM AUGUSTIN Rauf zum Küniglberg
«Wir haben es verschrien», meinte Augustin-Verkäuferin Susi Gollner, nachdem es in der Wiedner Hauptstraße gekracht hatte. Wir wurden Zeug:innen davon, wie ein Kastenwagen die 62erBim touchierte. Niemand wurde verletzt, es blieb bei einem geringen Sachschaden, doch der sich rasch bildende Stau zwang uns dazu, eine Ausweichroute zum ORF-Zentrum am Küniglberg zu nehmen. Vorgeschichte: Die Journalistin Marina Wetzlmaier hat zwei Augustin-Vertreter:innen anlässlich unseres 30-jährigen Jubiläums in die Ö1-Livesendung «Punkt eins» eingeladen. Susi Gollner und ich waren die beiden Auserwählten. Und Susi meinte, wir sollten unbedingt früh genug wegfahren, um ja nicht zu spät zur Radiosendung zu kommen, «denn wer weiß, was passiert?» … Trotz Umweg kamen wir mehr als rechtzeitig am Küniglberg an und wurden dort herzlich empfangen. On Air war Susi souverän, sie ist eben schon ein Medienprofi und übrigens auch in der Ausstellung 30 Jahre Augustin im Wien Museum in einem Videointerview zu sehen.
Aus der Steiermark wurde Petra KasparBuchegger, die Leiterin des Megaphon zugeschaltet, denn die Grazer Straßenzei- ung ist genau wie der Augustin im Oktober 1995 zum ersten Mal erschienen. Doch leider hat das Megaphon nicht nur Grund zum Feiern, denn just im Jubiläumsjahr strich die steirische FPÖ/ÖVP-Landesregierung eine Förderung in der Höhe von 20.000 Euro, worüber wir in der Nr. 627 ausführlich berichtet haben. Von den Hörer:innen ist per Anruf bzw. per E-Mail durchwegs großes Lob für sämtliche österreichische Straßenzeitungen übermittelt worden. Und sicher wie das Amen im Gebet ist auch die Frage nach unse- rem Umgang mit «falschen Verkäufern» gestellt worden. Lediglich ein Hörer gab der Redaktion Saures: Er würde den Augustin nicht mehr kaufen, weil darin ein Ladendieb – unkommentiert! – über seine Vergehen erzählen konnte. Wäre mir doch schon auf Sendung dieses Zitat von Bertolt Brecht eingefallen: «Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?»
«Wer weiß, was passiert?»
Reinhold Schachner