Möglichkeit Freiheit
DICHTER INNENTEI
Bewegung
Ich suchte immer Bewegung, die Spannung, die im Kommen und Gehen liegt, das Abschiednehmen, das Verlassen von etwas, auch das Loslassen, der immer spannende Lebensbogen. Kurzum, wahrscheinlich – ziemlich sicher – suchte ich die Freiheit, und die Möglichkeiten. Nicht das Festgelegtsein auf eine einzige Möglichkeit, die Wirklichkeit, die Möglichkeit, welche Wirklichkeit wurde. Das bin auch ich, mein Körper, mein Gesicht, das Materielle, es ist wirklich, nicht: nur möglich. Obwohl das eine schöne Sichtweise ist, mein Gesicht: Es ist nur möglich, eine Möglichkeit unter vielen (Menschen). Das führt zu einer liberalen Welthaltung, glaube ich. Bestimmt war ich zur Hälfte Phantastin, ja, ich habe viel phantasiert, hatte und habe immer noch Träume, und dieses Möglichsein vieler Dinge führt dann wieder zum Loslassen, zum Loslassen der Wirklichkeit. Man ist allein, und es ist befreiend.
Es ist wirklich, nicht: nur möglich
Von Eva Renner-Martin
lieber mit wilder mähne auf der weide stehen
will mich nicht satteln, mir kein zaumzeug fürs leben anlegen lassen, wenn es mir nur zuckerbrot und peitsche verspricht, dann lieber mit wilder mähne auf der weide stehen und wilde möhren fressen …
«Die gerade Linie ist gottlos» Friedensreich Hundertwasser
Von Anna Maltschnig
wir biegen und wir knicken wir formen unser lineares Leben zu einem kompakten Viereck um und alles scheint nun geregelt alles scheint nun geordnet sogar eine Sonne scheint zu scheinen in unserem kantigen Sein denn vom oberen vom rechten Eck ausgehend strömt kontinuierlich Wärme in unseren Raum und gerade deshalb erscheint es uns unrichtig dass nachts immer einer von uns laut weinen muss dass nachts immer einer von uns abwegige Wörter rufen muss Wörter wie Wellen Winter Berge Schnee
Von Claudia Dvoracek-Iby