Editorial

Goldenstein bleibt! Drei Nonnen wollen ihr selbstbestimmtes Leben zurück Seite 6 Lasset «kleine Wunder» geschehen! N ur selten tritt der Fall ein, dass die britische BBC und die New York Times Ähnliches berichten wie der Augustin. Mit Ver- öffentlichung der Ausgabe 629, die Sie in Händen halten, ist es so weit: Die «trotzigen Nonnen» aus dem Kloster Goldenstein bei Salzburg zogen weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Dabei sind die drei Ordensfrauen keineswegs trotzig, sondern vielmehr selbstbe- stimmt! Wurden sie gegen ihren Willen aus dem Kloster geworfen und ins Pflegeheim verfrachtet, dreh- ten sie den Spieß jetzt um: Unter gro- ßem Tamtam und Medienrummel kehr- ten sie zurück und besetzten kurzerhand das Kloster, das jahrzehntelang ihr Zu- hause war (S. 6). Dass tatsächlich Redak- teurinnen des Augustin die aufmüpfigen Augustiner-Chorfrauen (!) im Kloster besuchten, war für letztere «ein kleines Wunder». Noch bevor sie rausgeworfen wurden, besetzten vor über vierzig Jahren Punks und Jugendliche ihr «Zuhause», nämlich das «auto- nome Kulturund Kommunikationszentrum Gassergasse» in Wien- Margareten. Kerstin Kellermann hat mit einem der damals jugend- lichen Punks gesprochen (S. 18). Dem Ruf, zur Eröffnung unserer Jubiläumsausstellung ins Wien Museum zu kommen, folgten Mitte September gleich Hunderte Augustiner:innen. Diesmal sind aber keine Ordensleute gemeint, sondern die gewohnten Augustiner:innen, nämlich «friends & fa- mily» der besten Boulevardzeitung Wiens. Der Start von Mehr als eine Zeitung. 30 Jahre Augustin war uns ein Fest. Ein paar der zahl- losen Highlights hat unser Kollege Michael Bigus für die Seiten 16 und 17 fotografisch eingefangen. Die beeindruckenden Darbietun- gen des Tages und die tolle Gesellschaft waren für uns das «kleine Wunder». ■